Freitag, 21 September 2018

Meditation - Was ist das?

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so ruhig und gelassen sein könne. Er antwortete:

“Wenn ich stehe, dann stehe ich
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich…”

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: “Was soll daran Besonderes sein, das tun wir doch auch?”
Er aber antwortete:”Nein! Denn, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon. Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel!”

Die Meditation ist eine ganzheitlich ausgerichtete Übung der Stille und Versenkung, die zur inneren Sammlung und Reifung führen kann. Durch die Übung treten wir in einen Prozess ein, der uns immer tiefer in unsere Mitte, in unseren spirituellen Wesenskern führt. Der Übende erkennt mit der Zeit seine innere Unrast, sein Suchen, seine Reaktionsmuster und läßt zu, dass sein Geist zur Ruhe kommt, dass die Stille Kraft spendet und er allmählich seine Ichverhaftungen loslassen kann. Die Achtsamkeit auf den Atem läßt uns im Hier und Jetzt ankommen, Schichten unseres Bewußtseins wahrnehmen, annehmen und ohne zu werten loslassen.

Dies bringt einen Prozess der ganzheitlichen Wandlung mit sich, der nicht nur Freude und Gelassenheit schenkt, sondern auch Verletzungen oder Verhärtungen in die Verwandlung hineinnimmt und tieferes Heilwerden erfahren läßt.

Die Übungspraxis hat ihre Wurzeln in der alten, christlichen Gebetspraxis der Ostkirche, bei den christlichen MystikerInnen und der Zen-Meditation. Sie bezieht sich nicht allein auf das schweigende Sitzen, sondern auch auf den Alltag. Sie ist “Lebenshaltung”, wie Achtsamkeit, Bewußtsein und die Kraft der Liebe.