Donnerstag, 16 August 2018

Malerei und Meditation

DDP Kursablauf

Es gibt eine gemeinsame Bildfläche, die an einer Wand angebracht ist. Davor sind verschiedene Farbtöpfe aufgestellt, dazu entsprechende Pinsel, sowie ausreichende Mischflächen. Hinzu kommt eine Klangschale, die dann angeschlagen werden kann, wenn der Prozess verlangsamt werden soll.

Gemalt wird nach folgenden Maximen:

  • Fasse dich kurz
  • Male von Herzen (inneren Impulsen nachspüren)
  • Radikaler Respekt (vor der Andersartigkeit der Anderen, Diversity)
  • Hinschauen
  • Verlangsamung 

 

Wir beginnen mit einer Check-in Runde und teilen der Gruppe mit, wie es uns jetzt geht bzw. was wir der Gruppe sagen möchten. Dann nimmt ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin einen Pinsel, setzt die erste Farbe auf die Bildfläche und geht anschließend an ihren Platz zurück. Natürlich darf man auch gleich mehrere Farben setzen, sollte sich aber an die Maxime “fasse Dich kurz” halten. Daraufhin darf ein Nächster sich mit Farbe äußern und ebenso eine Farbe wählen und auf die Bildfläche auftragen.

Dabei werden die oben genannten Maximen berücksichtigt. Der Prozess wird mit einer Check-Out Runde abgeschlossen.

Nach diesem Experiment tauschen wir unsere Erfahrungen in Form des Dialogs – diesmal mit Worten – aus.

Für das Diverstiy-Painting sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich.

Diversity Dialogue Painting

Diversity-Painting bietet eine kreative Möglichkeit, miteinander einen Dialog zu führen. Es geht darum, innerhalb eines Dialogprozesses Berührungen zwischen Unterschiedlichkeiten (Diversity) in einer experimentellen Form zu ermöglichen. Die Kommunikationsform orientiert sich dabei an den Dialog-Maximen des Physikers David Bohms:

  • Radikaler Respekt vor der Andersartigkeit des Anderen
  • Fasse Dich kurz
  • Male von Herzen (inneren Impulsen nachspüren, authentisch sein ohne Wertung)
  • Hinschauen
  • Verlangsamung

Welche Möglichkeiten haben wir, uns mit Farben, Gesten der Pinselführung oder anderen Handlungen auf einer gemeinsamen Bildfläche mitzuteilen, auszutauschen und zu kommunizieren?

Oftmals laufen Prozesse, wie gewohntes Urteilen oder Reagieren als Impulse blitzartig schnell ab. Glücksgefühle, Freude oder aber Ärger und Wut können wahrgenommen und kreativ umgesetzt werden auf eine Art und Weise, die es uns erlaubt, sie einfach zu betrachten ohne uns mit ihnen zu identifizieren. Alles darf sein, so wie es ist, ohne das zu bewerten. Es geht nur darum, Impulse wahrzunehmen und diese dann je nach Bedürfnis der Gruppe – in diesem Fall der Bildfläche – mitzuteilen. Der Prozess erscheint auf der gemeinsamen Leinwand als gestaltetes Bild, das gleichzeitig Unbewusstes sichtbar macht. Diversity-Painting lässt uns die dialogischen Kernfähigkeiten, wie Authentizität, Mitgefühl oder die Erfahrung von Konflikten als kreatives Potential erleben und vertiefen.

 

David Bohm hält es für möglich, durch solche Erfahrungsräume das Bewusstsein mit der Zeit zu transformieren. Er sagt, tief in uns gibt es bereits das partizipierende Bewusstsein, was sich eingebunden fühlt in einen größeren Zusammenhang.

 

Lesen Sie, wie Diversity-Painting ganz praktisch in unseren Kursen aussieht.

 

Meditation - Was ist das?

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so ruhig und gelassen sein könne. Er antwortete:

“Wenn ich stehe, dann stehe ich
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich…”

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: “Was soll daran Besonderes sein, das tun wir doch auch?”
Er aber antwortete:”Nein! Denn, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon. Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel!”

Die Meditation ist eine ganzheitlich ausgerichtete Übung der Stille und Versenkung, die zur inneren Sammlung und Reifung führen kann. Durch die Übung treten wir in einen Prozess ein, der uns immer tiefer in unsere Mitte, in unseren spirituellen Wesenskern führt. Der Übende erkennt mit der Zeit seine innere Unrast, sein Suchen, seine Reaktionsmuster und läßt zu, dass sein Geist zur Ruhe kommt, dass die Stille Kraft spendet und er allmählich seine Ichverhaftungen loslassen kann. Die Achtsamkeit auf den Atem läßt uns im Hier und Jetzt ankommen, Schichten unseres Bewußtseins wahrnehmen, annehmen und ohne zu werten loslassen.

Dies bringt einen Prozess der ganzheitlichen Wandlung mit sich, der nicht nur Freude und Gelassenheit schenkt, sondern auch Verletzungen oder Verhärtungen in die Verwandlung hineinnimmt und tieferes Heilwerden erfahren läßt.

Die Übungspraxis hat ihre Wurzeln in der alten, christlichen Gebetspraxis der Ostkirche, bei den christlichen MystikerInnen und der Zen-Meditation. Sie bezieht sich nicht allein auf das schweigende Sitzen, sondern auch auf den Alltag. Sie ist “Lebenshaltung”, wie Achtsamkeit, Bewußtsein und die Kraft der Liebe.

 

Malerei und Meditation

In diesen Kursen geht es um die ganzheitlich ausgerichtete Entfaltung des eigenen schöpferischen Potentials im Wechsel von Ruhe- und Schaffenszeiten.

Durch Wahrnehmen, Annehmen, und Loslassen kommen wir in Kontakt zur eigenen Wesenstiefe, und im kreativen Ausdruck gestalten wir unsere eigenen authentischen Bilder. Begleitend dazu gibt es inhaltliche Impulse und Erfahrungsaustausch.

 

Wann findet es statt? →Termine